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Pro-Biersinn on tour – heute BernardiBräu

Heimatliebe in Perfektion

Samstagvormittag, Kranzegg im schönen Oberallgäu. Wir sind mit Bernhard Göhl verabredet, Braumeister und Inhaber der BernardiBräu. Die höchstgelegene Privat-Brauerei Deutschlands, in einer ehemaligen Seilbahnstation, thront über Rettenberg mit einem atemberaubenden Blick ins Tal.

Wir werden von Petra, seiner Frau empfangen, die den kleinen Shop, direkt neben der Brauerei, gerade für das Samstagsgeschäft vorbereitet.
Seit 2014 brauen, füllen, verpacken und liefern sie von dort ihre handgemachten Biere in die Region.
11er Kisten mit 0.33 l Flaschen und Fassbier von 10 l bis 30 l sind die Standardgebinde – ist auch nicht weiter verwunderlich, denn Petra ist der Bierfahrer. Sie liefert an drei Tagen in der Woche ihr Bier persönlich in ausgewählte Getränkemärkte und handverlesene Gaststätten. Da hat der Chef, wie wir später im Gespräch erfahren, ganz eigene Qualitätsansprüche. Bei jeder Wirtschaft inspiziert er den Bierkeller vorab und schaut sich das „Zapf Geschäft“ an, wenn’s ihm nicht gefällt, gibt’s auch sein Bier nicht. Qualität und Service stehen für ihn an erster Stelle.
Kaum haben wir uns 5 Min. unterhalten, kommen die ersten Wanderer vorbei, die einen Stopp einlegen für eine kleine Stärkung. Wie sich später herausstellt, waren sie gestern auch schon da. Flott sind Märzen und Kellerpils bestellt und die Ravensburger Wandertruppe erzählt, dass sie schon des Öfteren da gewesen seien, denn für sie ist es das beste Bier, das es gibt.
Jetzt kommt Bernhard mit dazu und wir beginnen unseren Rundgang. Stolz präsentiert der Braumeister und Getränketechnologe seine Brauerei, in der er momentan, zusammen mit einem Gesellen und einem Lehrmädel, etwa 10 Sude in der Woche produziert. Großes Highlight seiner Brauerei ist, dass er Bügelflaschen von 0,33 l – 3 l waschen und abfüllen kann, etwas, was ihm hier so schnell keiner nachmacht. Auch 5 l Partydosen zählen zu seinem Sortiment.
Bernhard Göhl ist sehr heimatverbunden und so ist es für ihn selbstverständlich, seine Rohstoffe ausschließlich aus der Region zu beziehen, so weit möglich. Aber zumindest kommt alles aus Deutschland. Berni, wie ihn seine Frau nennt, ist, wenn es ums Reinheitsgebot geht, ein echter Patriot, seiner Meinung nach haben wir das beste Gütesiegel der Welt, wir müssen es nur anständig anwenden und umsetzen. Niemals würde in seiner Brauerei etwas gebraut, was außerhalb des Reinheitsgebotes liegt. Aber die Möglichkeiten sind so vielfältig, dass es für ihn dafür auch keinen Grund gibt.
Der Braumeister führt uns in sein Büro, wo wir exklusiv einen Blick auf sein neuestes Projekt werfen dürfen. 2019 soll der neue Besucherstadel eröffnet werden. Ein Anbau mit Platz für eine Schaubrauerei für Kurse inmitten einer Gastronomie. Ein stolzes Vorhaben, das sich Göhl da vorgenommen hat. Man merkt ihm die Leidenschaft und das Herzblut richtig an, mit der er sich dort seinen Traum verwirklicht. Allein die Aufmachung und Namen seiner Biere spiegeln die Liebe und Verbundenheit zum Allgäu wieder. Die Gigglstuinar, Weizen hell und das Märzen naturtrüb sowie der Grüntengurgler, ein edelgehopftes naturbelassenes Kellerpils und das Allgäuer Hirtenbier, ein unfiltriertes Helles, drücken durch ihre Etiketten die Liebe zur Heimat aus. Die drei Böcke, Steinbock, Gamsbock und Sau stark 10.0 bestechen durch ihr schlichtes aber elegantes Auftreten. Egal was Bernhard Göhl in seiner BernardiBräu anpackt, alles ist handwerklich perfekt geplant und umgesetzt.
Ich würde mir wünschen, dass es noch mehr Bier-Enthusiasten wie ihn geben würde, dann hätten wir alle noch mehr Freude an handgemachtem Bier und vielleicht öfter einen Schluck Heimat im Glas.
Danke Bernhard und Petra für Eure Zeit und den Einblick in eure tolle Bernardibräu Welt. Wir kommen bestimmt wieder.

 

2018-09-12T11:54:27+02:00

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